Endokrinologie

Die Lehre der Hormone und Hormondrüsen

Was sind Hormone?

Hormone sind körpereigene Botenstoffe, die in Hormondrüsen (z.B. der Schilddrüse) produziert werden und in das Blutsystem abgegeben werden. Die Hormone vermitteln an Zielorganen/-zellen über spezielle Zellstrukturen (Rezeptoren) bestimmte Wirkungen (z.B. Bereitstellung von Energie). Die Hormone werden über verschiedene spezielle Rückkopplungssysteme geregelt. Viele Hormone können im Blut laborchemisch bestimmt werden.

Was macht ein Endokrinologe?

Ein Endokrinologe (Hormonheilkundler) beschäftigt sich mit Erkrankungen verschiedener Hormone oder der Hormondrüsen. Neben einer klinischen und sonographischen Untersuchung bewertet er die im Labor aus dem Blut bestimmten Hormonwerte und interpretiert diese. Einige funktionelle Hormonstörungen können erst im Rahmen von Stimulationstests (hormonanregend) oder Suppressionstest (hormonunterdrückend) aufgedeckt werden. Dazu müssen vor einer Blutentnahme bestimmte Hormone oder Medikamente verabreicht werden. Ein Endokrinologe veranlasst diese Tests nach Beurteilung des klinischen Gesamtbildes und der Laborbefunde. Anschließend wird er die Ergebnisse der Hormonbestimung bewerten. In Abhängigkeit der vorliegenden endokrinologischen Erkrankung können in der Folge viele Hormone ersetzt oder gehemmt werden.

Wer kommt zu uns?

Zu uns kommen Menschen mit verschiedenen klinischen Symptomen sowie Befindlichkeitsstörungen. z.B. unklare Gewichtszunahme, Schwindel, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, verstärktes Schwitzen (Hyperhidrosis), Schlafstörungen, Störungen des sexuellen Verlangens. Aber auch Patienten mit bekannten hormonellen Erkrankungen wie z.B. Hashimoto-Thyreoiditis, Osteoporose, Diabetes mellitus,

Welche Leistungen bieten wir an?

  • Allgemeine endokrinologische Befunderhebung
  • Hormonheilkundliche Beratung und klinische Untersuchung
  • Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse, des Halses, des Bauchraums und der Hoden
  • Sonographisch gesteuerte Schilddrüsenpunktion
  • differenzierte hormonelle Abklärung mit hormonellen Stimulationstests (hormonanregend) und Suppressionstests (hormonunterdrückend) zur Funktionsprüfung verschiedener Hormonachsen
  • Endokrinologische Abklärung eines unerfüllten Kinderwunsches
  • Osteologie
  • Differenzierte Hormonanalysen im eigenen Labor
  • Knochendichtemessung (DXA (Dual Energy X-ray Absorptiometry))
  • Diabetologische Schwerpunktpraxis für Typ 1 und Typ 2 Diabetiker (auch Insulinpumpenbehandlung)
  • Diabetesberatung und Ernährungsberatung mit professionell ausgebildetem Diabetesberaterinnen und Diabetesassistentinnen
  • Schulungskurse für Diabetiker
  • Teilnahme DMP Diabetes der Krankenkassen
  • Körperfettmessungen

Welche Hormondrüsen können abgeklärt werden?

  • Schilddrüse
    • Schilddrüsenhormone (Thyroxin T4, Trijodthyronin T3)
  • Nebenschilddrüse
    • Parathormon (Nebenschilddrüsenhormon) reguliert den Calcium- und Phosphatstoffwechsel
  • Nebenniere (Mark und Rinde)
    • Nebennierenhormone
      • im Mark: Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin -„Stresshormone“
      • in der Rinde: Cortisol steigert im allgemeinen verschiedene Stoffwechselaktivitäten, Aldosteron reguliert den Elektrolythaushalt, DHEAS ist ein Vorläuferhormon der Sexualhormone und Corticoide,
  • Hypophyse (Hirnanhangsdrüse)
    • Vorderlappen
      • TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) stimuliert die Schilddrüse
      • LH (Luteinisierendes Hormon) stimuliert die Geschlechtshormonproduzierenden Zellen der Keimdrüsen
      • FSH (Follikelstimulierendes Hormon) stimuliert die Keimzellen
      • STH (Somatotropes Hormon, Wachstumshormon)
      • ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) stimuliert die Cortisolproduktion der Nebenniere
      • Prolaktin stimuliert die Brustdrüse
    • Hinterlappen
      • ADH (Antidiuretisches Hormon) reguliert den Wasser- und Elektrolythaushalt
      • Oxytocin reguliert die Wehentätigkeit, psychotrope Effekte
  • Teile der Bauchspeicheldrüse (Inselzellen)
    • Insulin senkt u.a. den Blutzuckerspiegel
    • Glucagon u.v.a.
  • Keimdrüsen
    • Bei Frauen (Ovarien, Eierstock)-Estradiol
    • Bei Männer (Hoden, Testikel)-Testosteron

Welche hormonelle Störungen oder Erkrankungen kann ein Endokrinologe näher abklären und behandeln?

  • Osteoporose (krankhafter Knochenschwund)
  • Diabetes mellitus (Zuckererkrankung) Typ 1, Typ 2
  • Adipositas (Gewichtsprobleme)
  • Gynäkomastie (krankhafte Brustdrüsenschwellung bei Männern)
  • Hypogonadismus
  • Angeborene Veränderungen der Geschlechtschromosomen z.B. Turner Syndrom, Klinefelter Syndrom
  • Sexuelle Identifikationsstörungen (z.B. Transsexualität)
  • Verringertes Lustempfinden (Libidomangel)
  • Impotenz, erektile Dysfunktion des Mannes
  • Funktionsstörung der Schilddrüse (Überfunktion/ Unterfunktion)
  • Strukturelle Veränderungen der Schilddrüse (Knoten)
  • Schilddrüsenentzündungen (Hashimoto Thyreoiditis, Morbus Basedow)
  • Gutartige Hormondrüsenveränderungen (z.B. Nebennierenadenome,
  • Nebenschilddrüsenadenome = primärer Hyperparathyreoidismus)
  • Bösartige Hormondrüsenveränderungen (z.B. Schilddrüsenkrebs, Karzinoide, Nebennierenkarzinom)
  • Hypophysenfunktionsstörungen (z.B. Hypophyseninsuffizienz)
  • Überfunktionssyndrome der Hypophyse (z.B. Akromegalie, Prolaktinom, Cushing-Syndrom)
  • Calciumstoffwechselstörung (z.B. postoperativer Hypoparathyreoidismus (Calciummangel nach Schilddrüsenoperationen, primärer oder sekundärer Hyperparathyreoidismus)
  • Vitamin D Mangel und Osteomalazie („Knochenerweichung“)
  • Vitamin B12 Mangel
  • Wechseljahresbeschwerden der Frau (Menopause)
  • PCO-Syndrom (Polyzystisches Ovarsyndrom) der Frau
  • Unerfüllter Kinderwunsch
  • Mehrbehaarung, Hirsutismus
  • Alopezia androgenetica (krankhafter Haarausfall)
  • Hyperhidrosis (verstärktes Schwitzen)
  • Zyklusunregelmäßigkeiten/-störungen der Frau

Wie erfahre ich meine Ergbnisse?

  1. Durch Befundmitteilung an den zuweisenden Arzt, bzw. Hausarzt
  2. Allgemeine Telefonsprechstunde. Telefonnummer der allgemeinen Telefonsprechstunde: Dienstags 18:00-19:00, Tel: 0941-28092078
    Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass häufig mehrfache Versuche aufgrund des hohen Anfragevolumens notwendig sind. Keine Telefonsprechstunde an Feiertagen oder Urlaub. Falls Sie uns nicht direkt erreichen sollten, bitten wir um kurze Rückmeldung am Folgetag über die Zentrale oder eMail.
  3. Auf Wunsch durch postalisches Anschreiben an Sie selbst
  4. Neu: über unsere Homepage unter der Rubrik: Online Services (nach Registrierung und Authentifizierung mit CGM Life Key)

Bitte kontaktieren Sie uns telefonisch/ per eMail oder durch unseren eService frühestens 10 Tage nach dem letzten Vorstellungstermin, wir bemühen uns Sie dann über die Befunde vorab zu informieren. Immer folgt jedoch ein schriftlicher Befundbericht an den zuweisenden Arzt, auf Wunsch auch an Sie selbst.

Bitte haben Sie Verständnis, dass die schriftliche Befundmitteilung im Allgemeinen erst 3 – 6 Wochen nach der Vorstellung erfolgen kann. Eine eMail-Befundauskunft ist wegen den gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes leider nicht möglich.

Auswahl verschiedener hormoneller Funktionstest, die von uns im Bedarfsfall angeboten und durchgeführt werden.

Dexamethasonkurztest

Testprinzip
Geprüft wird die Supprimierbarkeit (Unterdrückbarkeit) von Cortisol. D.h. ob die Nebenniere in der Lage ist die Cortisolproduktion regelhaft zu senken. Der Test wird durchgeführt um ein seltenes sog. Cushing Syndrom auszuschließen

Durchführung
Einnahme von 1 mg Dexamethason als Tablette zwischen 22:00-23:00 am Vorabend der geplanten Blutentnahme
Kurze Blutentnahme am Morgen des Folgetages.

Bewertung
Adäquates Absinken von Cortisol

Synacten-Test

Testprinzip
stimulierender Funktionsstest der Nebennierenrinde, es wird dabei geprüft, ob eine Nebennierenschwäche besteht

Durchführung
Gabe von 250 µg ACTH i.v., Testung von Cortisol zum Zeitpunkt der Injektion, nach 30 sowie 60 Minuten.

Beurteilung
Prüfung des adäquaten Anstiegs von Cortisol zu den verschiedenen Zeitpunkten.

Oraler Glukosetoleranztest

Testprinzip
Der zugeführte Zucker (Glukose) führt zunächst zu einem kurzfristigen Anstieg der Blutglukosekonzentration im Blut. Daraufhin reagiert der Körper genauer die Insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse mit einer Stimulation der Insulinausschüttung (Insulinsekretion) mit einem nachfolgenden Abfall des Blutzuckers. Bei Patienten mit verminderter Insulin-Sekretion oder Insulinresistenz verläuft der Abfall der Blutglukosekonzentration verzögert. Der 120 min-Blutzuckerwert ist gegenüber dem Gesunden dann erhöht.

Der Test wird morgens zwischen 8:00 und 10:00 am nüchternen Patienten durchgeführt. Der Patient darf 12 Stunden zuvor keine Kalorien zugeführt haben und in dieser Zeit kein Nikotin, keinen Tee, keinen Kaffee und keine anderen Getränke außer Wasser konsumiert haben. Um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten, muss der Patient an den drei vorangegangenen Tagen mehr als 150 g Kohlenhydrate pro Tag zu sich genommen haben.

Da reaktive Unterzuckerungen mit Nebenwirkungen auftreten können bitte wir die Patienten in den Räumlichkeiten der Praxis zu verweilen und diese nicht zu verlassen! Nach dem Abschluss des Testes sollte eine kleine Mahlzeit eingenommen werden. Während des Testes sollte eine körperliche Ruhe eingehalten werden (d.h. Testdurchführung im Sitzen oder Liegen).

Durchführung
0 min:
falls möglich und gewünscht Legen einer venösen Verweilkanüle.
Blutentnahme zur Glukosebestimmung (venöses Blut), Insulinbestimmung
Anschließend p.o.-Gabe von 75 g Glukose (Zucker), die in 250 – 300 ml Wasser gelöst wurden. Die Flüssigkeit muss innerhalb von 5 Minuten getrunken werden.

60 min:
Blutentnahme zur Glukosebestimmung (venöses Blut), Insulinbestimmung

120 min:
Erneute Blutentnahme zur Glukosebestimmung (venöses Blut), Insulinbestimmung

Optional: Gleichzeitige Bestimmung von Wachstumshormon zum Ausschluss eines Wachstumshormonexzesses (Akromegalie)

Optional: Verlängerung des Testes auf insgesamt 5 Stunden um Ausschluss (zum Nachweis/Ausschluss einer reaktiven Hypoglykämie (Unterzuckerung)

Bewertung des Blutzuckers im Rahmen des Zuckerbelastungstestes
Nüchtern:
Kleiner 110 mg/dl: Normalbefund
110-125 mg/dl: erhöhte Nüchternglukose
mehr als 125 mg/dl: Diabetes mellitus

nach 120 Minuten:
Kleiner 140 mg/dl: Normalbefund
140-199 mg/dl: gestörte Glukosetoleranz
mehr als 200 mg/dl: Diabetes mellitus